Ausgewählte Erkrankungen des Verdauungstraktes

Erkrankungen des Verdauungstraktes sind gut- und bösartige Darm-, Gallen-, Bauchspeicheldrüsen- und Speiseröhrenkrankheiten. Bei der Diagnostik dieser Erkrankungen spielt die fachübergreifende Zusammenarbeit mit der Viszeralchirurgie.
An dieser Stelle können wir nur auf einige häufige Krankheitsgruppen eingehen. Es gibt zahlreiche weitere Krankheiten, die die Verdauungsorgane betreffen können. Setzen Sie sich bei Fragen zu den hier nicht aufgeführten Krankheiten bitte mit unserer Klinik in Verbindung.

Darmkrebs (Kolorektales Karzinom)

Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen in den westlichen Ländern Europas. Darmkrebs kann – im Gegensatz etwa zum Lungenkrebs – durch frühe Entfernung von (noch) gutartigen Polypen vermieden oder durch Früherkennung oft komplett geheilt werden. Neben den Ernährungsgewohnheiten tragen auch genetische Faktoren zur Entstehung von Darmkrebs bei. Das Gefährliche am Darmkrebs ist, dass er oft jahrelang im Darm wächst und größer wird, ohne Symptome zu verursachen. Erste Anzeichen können auch leicht mit anderen, harmloseren Erkrankungen verwechselt werden. Da die Heilungschancen entscheidend davon abhängen, dass ein bösartiger Tumor so früh wie möglich entdeckt wird, sind Vorsorgeuntersuchungen ganz besonders wichtig. Beschwerden im Magen-Darm-Bereich, wie etwa häufige Verstopfung, Krämpfe oder wiederkehrender Durchfall, sollten immer durch einen Arzt abgeklärt werden.

Erkrankungen der Gallenblase und der Gallenwege

Gallenblasensteine (Cholelithiasis) sind sehr verbreitet. Bei nur etwa einem Viertel der Gallensteinträger führen sie jedoch zu Beschwerden. Treten keine Symptome auf, ist eine Operation in der Regel nicht erforderlich. Äußern sich jedoch Symptome wie dauerhafte oder sich wiederholende Schmerzen im rechten Oberbauch, ein Ziehen oder ein Völlegefühl oder Koliken im Oberbauch mit Ausstrahlung in die rechte Schulter und den rechten Arm, ist eine Entfernung der Gallenblase empfehlenswert. Hierdurch können Komplikationen vermieden werden, wie zum Beispiel die Wanderung eines Gallenblasensteines in den Gallengang, Gelbsucht durch Verschluss der Gallenwege bei Einklemmen eines Steines im Gallengang mit Bauchspeicheldrüsenentzündung, schwere fieberhafte, eitrige Entzündungen der Gallenblase sowie in seltenen Fällen eine bösartige Entartung. Eine rechtzeitige Entfernung der Gallenblase kann somit schwerwiegenden Folgeerkrankungen vorbeugen.

Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas)

Eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) kann akut auftreten oder über Jahre chronisch wiederkehrend verlaufen. Sie ist in jedem Fall eine ernsthafte Erkrankung, die unbedingt sofortiger ärztlicher Behandlung bedarf. Typische Symptome einer akuten Pankreatitis sind starke Bauchschmerzen, Übelkeit, Fieber und ein schweres Krankheitsgefühl. Es kann ferner mit einer Gelbfärbung von Augen und Haut einhergehen. Die chronische Pankreatitis verursacht meist weniger akute Beschwerden. Häufig fällt den Betroffenen zuerst eine Nahrungsunverträglichkeit besonders für fette Speisen und eine Gewichtsabnahme auf. In der Regel heilt die Pankreatitis bei angemessener Behandlung folgenlos aus; sie kann jedoch bei schwerem Verlauf auch tödlich enden. Die Krebserkrankung der Bauchspeicheldrüse ist sehr viel seltener, aber wegen der oft späten Diagnose sehr gefährlich.

Leberzirrhose

Der Begriff Leberzirrhose bezeichnet das Endstadium vielzähliger Lebererkrankungen und ist in der Regel irreversibel.
Ein übermäßiger Alkoholkonsum ist mit Abstand die häufigste Ursache für die Entstehung einer Leberzirrhose. Aber auch eine Hepatitis B oder C kann zu dieser Erkrankung führen. Darüber hinaus tritt eine Leberzirrhose in seltenen Fällen auch im Rahmen anderer Beschwerdebilder, wie zum Beispiel erblichen Stoffwechselerkrankungen oder Schädigungen durch Chemikalien, auf. Als zentrale Symptome der auch als Schrumpfleber bezeichneten Leberzirrhose gelten Leistungsminderung, Konzentrationsschwäche und Müdigkeit. Hinzu treten die so genannten Leberhautzeichen, welche sich unter anderem durch Rotfärbung des Kleinfingerballens oder eine Gelbfärbung der Haut bemerkbar machen. Die Diagnose der Leberzirrhose wird mithilfe einer klinischen Untersuchung gestellt. Um die Ursache zu ermitteln, werden mitunter spezielle Diagnoseverfahren eingesetzt, die für die nachfolgende Behandlung notwendig sind. Die Therapie richtet sich nach der Ursache und reicht von der Meidung toxischer Stoffe wie Alkohol oder Medikamente bis hin zur speziellen Behandlung der jeweiligen Grunderkrankung.

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Man versteht hierunter eine gutartige Darmerkrankung, die sich vor allem durch das Auftreten von schweren Durchfällen, zum Teil mit Blutbeimengungen, bemerkbar macht. Zusätzlich treten beim Morbus Crohn sehr häufig Fisteln in der Afterregion auf. Symptome wie langandauernde Durchfälle, krampfartige Bauchschmerzen, blutige Durchfälle, starke Gewichtsabnahme, Abszesse, Fisteln am After, Fisteln in der Bauchdecke, Fieber, Hautveränderungen, Gelenkbeschwerden können im Zusammenhang mit der Erkrankung auftreten.
Zur Diagnostik werden Spiegelung des Dickdarms und des Magens mit Probenentnahmen, Untersuchung des Stuhlgangs auf Parasiten, Bakterien und Pilze, Untersuchung einer Milchzuckerunverträglichkeit, Röntgenuntersuchung des Dünndarms und Blutuntersuchung zur Erkennung von Blutarmut, Vitamin- und Eisenmangel durchgeführt. Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind beides Erkrankungen, die in erster Linie durch Medikamente behandelt werden müssen. Nur unter bestimmten Voraussetzungen muss operiert werden.