Sammelbegriff Rheuma

Sprechen Ärzte von Rheuma, meinen sie in der Regel die Rheumatoide Arthritis. Entgegen der weitläufigen Meinung ist dies keine Alterserscheinung, sondern eine sehr ernste Erkrankung, die alle Altersgruppen betreffen kann. Rheumatische Beschwerden wie starke, anhaltende Schmerzen entstehen durch Entzündungen der Gelenke. Diese werden wiederum durch eine Fehlsteuerung des Immunsystems ausgelöst. Ohne die frühzeitige, richtige medikamentöse Therapie zerstört die Krankheit die Gelenke.

Betroffen sind vor allem die körperfernen Gelenke an Fingern oder Zehen. Die Ursachen von Rheumatoider Arthritis liegen bis heute im Dunkeln. Wissenschaftler vermuten aber, dass genetische Faktoren und Umwelteinflüsse eine Rolle spielen.

Im Volksmund steht der Begriff Rheuma dagegen ganz allgemein für Schmerzen in Knochen und Gelenken. Der Begriff bezeichnet die meist schubweise auftretenden Gelenkentzündungen, genauso wie verschleißbedingte Beschwerden (Arthrosen) oder die akuten Anfälle der Gicht. Beim rheumatischen Fieber, das vor allem im Kindesalter auftritt, sind die Gelenkschmerzen ebenfalls nur ein Begleitsymptom einer sehr komplexen Immunreaktion.

In der Medizin sind mit rheumatischen Erkrankungen nur die Entzündungskrankheiten des Bewegungsapparats gemeint. Mehr als 400 verschiedene Krankheiten zählen zu diesem "rheumatischen Formenkreis", unter anderem Rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew, das Reiter-Syndrom oder die Psoriasis-Arthritis. Verwandt sind auch Bindegewebserkrankungen (Kollagenosen) wie Lupus erythematodes, Sklerodermie oder Gefäßentzündungen (Vaskulitiden).

Rheumatoide Arthritis

In Deutschland leiden rund 800.000 Menschen an Rheumatoider Arthritis - das entspricht etwa einem Prozent der Bevölkerung. Zwei Drittel davon sind Frauen. Der Gipfel der Neuerkrankungsrate liegt bei Frauen im Alter zwischen 55 und 64 Jahren, bei Männern im Alter von 65 bis 75 Jahren. Insgesamt kommt sie jedoch in allen Altersgruppen vor - auch bei Kindern.

Rheumatoide Arthritis verläuft schleichend und bleibt oft lange unentdeckt. Im Lauf der Zeit schreitet sie weiter fort und zieht immer mehr Gelenke in Mitleidenschaft. Im Fachjargon hieß sie deshalb früher auch Chronische Polyarthritis. Ohne die richtige Therapie zerstört die Erkrankung die Gelenke. Patienten können sich immer schlechter bewegen, die Gelenke verformen sich und verlieren ihre Funktion. In schweren Fällen drohen Behinderungen und Invalidität.

Rheumatoide Arthritis ist nicht heilbar. Aber je früher die Diagnose gestellt und die Erkrankung behandelt wird, umso besser lässt sich das Fortschreiten verzögern. Auch die Patienten können einiges selbst tun und erhöhen damit die Chancen, ihr gewohntes Leben beizubehalten.

Die Behandlung von Rheumatoider Arthritis erfolgt lebenslang mit Medikamenten. Unterstützend wirkt eine Physiotherapie, beispielsweise Krankengymnastik oder Massagen. Rheumatoide Arthritis verläuft bei jedem Menschen anders. Der Arzt überwacht deshalb die Behandlung regelmäßig und passt sie an die Bedürfnisse des Patienten an. Bei starken Gelenkverformungen sind Operationen unumgänglich.